Der Kuhberg und die Raketen

KREUZNACH BLOG CLASSIC vom 27.08.2008

Grillen, Feiern, Reiter­hof … nicht immer war es auf dem Kuhberg so fried­lich.

in Zeiten des kalten Krieges

Heute Nacht hat jemand bei Youtube ein hochge­la­den. Dieses zeigt den Aufbau einer so genann­ten REDSTONE-Rakete am 10. Februar 1959 auf dem Bad Kreuz­nacher »Kuhberg«. Da hinter der Videobe­schrei­bung das Wort »PART1« steht, schätzte ich das noch mehr Video kommen..

Geschicht­li­ches

Als die NATO im Dezem­ber 1957 – nach dem »Sputnik­schock« — ihre Atombe­waff­nung beschloss, war das atomare Wettrüs­ten der Blöcke nicht mehr aufzu­hal­ten.

bkb3 Der Kuhberg und die Raketen

»Sputnik­schock« nennt man die politisch-gesellschaftliche Reaktion in den USA und Westeu­ropa und die weitere Entwick­lung ihrer Raumfahrt nach dem Start des ersten künst­li­chen Erdsa­tel­li­ten (Sputnik 1 Sowjet­union). Sputnik bewies vorder­grün­dig, dass die Sowjet­union techno­lo­gisch den USA überle­gen oder mindes­tens ebenbür­tig, sowie im Besitz von starken Inter­kon­ti­nen­tal­ra­ke­ten war und die USA mit Atombom­ben bedro­hen konnte.
Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Sputnikschock

In dem Video handelt es sich dabei um eine REDSTONE-Rakete, welche einen konven­tio­nel­len oder atoma­ren Spreng­kopf, über 200 bis 300 km, in ein Ziel beför­dern konnte. Sie war die erste US-amerikanische, ballis­ti­sche Mittel­stre­cken­ra­kete. Die Rakete im Video (Länge 21.1 m / Ø1.8 m) wurde zu Testzwe­cken (Launch Exercise) auf dem aufge­baut. Ab 1958 wurden REDSTONE Raketen (Jupiter C) zur Verstär­kung des NATO-Schildes gegen die Sowjet­union einge­setzt und in Deutsch­land statio­niert. Insge­samt wurden 128 Stück gebaut.

bkb33 Der Kuhberg und die Raketen

Im Jahr 1962 wurden diese Raketen durch die Pershing I abgelöst. Insge­samt wurden über 200 Pershing in Deutsch­land statio­niert. 79 Pershing-Ia wurden von der Luftwaffe (Bundes­wehr) betrie­ben, 120 Pershing-II vom US-Bündnispartner.

bkb Der Kuhberg und die Raketen

Redstone missile opera­ti­ons in the field conduc­ted by Battery A, 217th Field Artil­lery Missile Batta­lion, 40th Artil­lery Group, on Febru­ary 10, 1959 at Kuhberg Hill, outside Bad Kreuz­nach, Germany.

NACHTRAG 28.08.2008 — 18:24 Uhr:
Ich habe noch ein paar Fotos gefun­den HIERHIER und HIER.

Neben­bei bemerkt: Inter­es­sant sind auch die alten Fotos vom »Autohaus Walter von Hoff«: HIER und HIER

Der Kuhberg und die Raketen




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Artikel gelesen 2286 · Heute 9 · Zuletzt am 3. Februar 2012
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Zu diesem Beitrag gibt es 12 Kommentare.
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  1. Ein sehr inter­es­san­tes Video, es ist nicht auszu­den­ken, wenn bei dieser Rangie­re­rei etwas passiert wäre, wahrschein­lich würde dann keiner von uns leben, da unsere Eltern ja ziemlich alle damals in KH oder in der Nähe waren.
    Schreck­li­che Vorstel­lung !!!

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  2. Naja, das war nur eine Übung (ohne Spreng­satz).
    Ist aber schon mehr aus genug.

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  3. […] Sollten auf dem “Kuhberg Atomra­ke­ten” statio­niert werden? — Warum heißt der Kuhberg, Kuhberg? — Wer war “Lina […]


  4. […] Castro kommt der “kalte Krieg” ins Rollen. (Unter anderen wurden am 19.02.1959 die REDSTONE-Raketen auf dem Bad Kreuz­nacher Kuhberg “zum Testen” […]


  5. Den Käfer kenne ich auch noch aus Kindheits­zei­ten.
    Der hat es lange in der »Höhen­luft« ausge­hal­ten ;)
    Weiß noch jemand wann dieser entfernt wurde?

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  6. Nachdem der »Walter von Hof« das Geschäft an den »Fleisch­hauer« überge­ben hat?

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  7. @Mac: Das wäre schlüs­sig. Aber nach der Übername wurde nicht direkt umfir­miert?! Zudem war der Käfer noch eine Zeit nach der Übernahme zu bewun­dern…

    Aus der Fleisch­hauer Histo­rie:

    1993 wird das Autohaus Walter von Hoff in Bad Kreuz­nach erwor­ben, welches bereits seit 1948 VW-Vertragshändler ist.

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  8. […] Der Kuhberg und die Raketen­Das »Bad Kreuz­nach Blog« zeigt Videos vom Aufbau einer Atomra­kete zu Testzwe­cken. Zum Glück fand das schon in den 50er-Jahren des letzten Jahrhun­derts statt. Anderer­seits schon erschre­ckend – so nahe bei der alten Heimat. […]


  9. Na ja, ganz in der Nähe lagern ja schon seit vielen Jahren echte Atomspreng­köpfe. Und »in der Nähe« kann bei solchen Spreng­köp­fen ein weiter Umkreis sein.
    Rheinland-Pfalz ist immer noch eine einzige große Basis der U.S.A..
    Wegen der Arbeits­plätze und so…
    #seufz#

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  10. Nachtrag für die Ungläu­bi­gen:

    Atomare Spreng­köpfe bleiben in Deutsch­land , und niemand will genau wissen, wie viele es sind. Angeb­lich lagern noch 20 Atomwaf­fen auf der Luftwaffen-Basis des Jagdbomber-Geschwaders 33 in Büchel/Rheinland-Pfalz. Die deutsche Luftwaffe stellt Torna­dos als Träger­flug­zeuge für die Bomben.

    Quelle: http://www.berlinkontor.de/08.04.2010/us-atomsprengkoepfe-bleiben-in-deutschland.html

    Es handelt sich um B-61-Sprengköpfe:
    Siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/B61_%28Waffe%29

    Vorges­tern gab es wieder Tornado-Tiefflüge durch das Rhein­tal, wobei der Trans­port und Abwurf dieser Bomben geübt wird.

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  11. […] Siehe auch: Der Kuhberg und die Raketen […]


  12. Die Bilder erinnern jetzt im Nachhin­ein wunder­bar an Flash Gordon, mein Lieblings-Astronaut, das ist ja ein Ding, solche Bilder, das Leben könnte so schön sein … ja, nicht auszu­den­ken, wenn das alles wahr gewor­den wäre … Scheiß­po­li­tik … der Teufel soll sie holen … alle mitein­an­der … aber die Hölle ist wohl schon voll … da ist wohl schon kein Platz mehr …

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