Alexander Ultes ist ein IHK-Geprüfter Weinfachberater. Neben seiner Tätigkeit als Einkaufsleiter bei dem Champagnerhaus VRANKEN POMMERY Deutschland GmbH (Kirkel-Limbach), als Nachwuchsdozent der Deutschen Wein- und Sommelierschule Koblenz, als Vorstandsmitglied im Verein der geprüften Weinfachberater (IHK) und Sommeliers (IHK) der deutschen Wein– und Sommelierschule (DWS) Koblenz und als Jurymitglied in verschiedenen Verkostungspanels betreibt er seit dem 08. Juli 2008 sein erstes Blog: »wein-ultes …aus dem Alltag eines IHK-geprüften Weinfachberaters«.
(Wo bleibt da eigentlich die Zeit zum bloggen?)

Per Zufall habe ich vor ca. 3 Monaten sein Blog kennen gelernt und schon damals fragte ich mich: Was macht eigentlich ein »Weinfachberater«?
Also, habe ich Ihn kurzerhand einfach mal interviewt:
Hallo Alexander, was macht bzw. was ist eigentlich ein Weinfachberater?
Ein IHK-Geprüfter Weinfachberater ist gewissermaßen das Pendant eines Sommeliers (Anmerkung: Beispiel Marlene Duffy), nur eben nicht für die Gastronomie, sondern für den Weinhandel. Die Ausbildung ist ebenso wie die Prüfung in vielen Punkte identisch. Ein IHK-Geprüfter Weinfachberater wird in der Handelskette zwischen Produktion / Keller und Point-of-Sale / Verkaufsstelle eingesetzt.
Je nach individuellem Wissens– und Fähigkeitsniveau sind verschiedene Positionen zwischen Beratungstätigkeiten im Verkauf an den Kunden und auch Führungspositionen realisierbar (Einkauf, Verkauf, Marketing usw.)
Wer braucht einen Weinfachberater?
Jeder der Wein trinkt! IHK-Geprüfte Weinfachberater werden in verschiedensten Positionen der Weinbranche eingesetzt und tragen an Ihren jeweiligen Einsatzstellen dafür dass die gewünschte Qualität bei den verschiedenen Kunden ankommt. Weinfachberater (IHK) sind durch ihre hochwertige fachspezifische Weiterbildung sehr vielseitig einsetzbar.
Also könnte ich zu Dir kommen und Dich fragen:
»Ich brauche einen frischen Sommerwein mit blumigen Aroma«
Jederzeit. Mein letzter Job war genau das. Momentan befasse ich mich beruflich zwar überwiegend mit etwas komplexeren Anfragen die auch größere Volumen betreffen, aber letztendlich läuft das fast auf das Gleiche hinaus. Die direkte Beratung des Kunden macht ohnehin am meisten Spaß.
Dazu müßt Ihr / mußt Du doch massig Weine im Jahr probieren oder?
Ja, das gehört zu den Aufgaben eines Weinfachberaters, aber auch eines Sommeliers. Wir besuchen Winzer, Weingüter, Verkostungen und Messen in Deutschland wie auch im Ausland.
Man verkostet zum Teil über fünfzig Weine, wobei man dazu sagen muss, dass Verkosten für uns nicht das Gleiche ist wie trinken. Verkosten bedeutet man beurteilt einen Wein in den Punkten Optik (Augen), Aromatik (Nase) und Haptik (Mundraum) möglichst Objektiv und analytisch. Hierfür nimmt man den Wein nur in den Mund und spült ihn ein– oder mehrmals über sämtliche Geschmacksknospen und spuckt ihn abschliessend wieder aus.
Und man kann sich das alles Geschmacklich merken?
Das ist natürlich sehr schwierig, kann aber wie vieles Anderes auch mit ausreichend Disziplin und Konsequenz sehr gut trainiert werden. Die meisten haben da ihr eigenes Konzept um sich »Gedächtnisstützen« zu bauen. Mein Geheimnis hierfür liegt in Farben, Emotionen und Bildern die ich den Weinen zuordne. So helfe ich mir das Alles zu merken.
Wie lange ist die Ausbildung und wer bildet aus?
Die Ausbildung zum IHK-Geprüften Weinfachberater erfolgt unter Anderem durch die Deutsche Wein– und Sommelierschule Koblenz — München — Hamburg oder Berlin, die Abschlussprüfung wird vor der Industrie– und Handelskammer abgelegt. Der Vorbereitungskurs der Deutschen Wein– und Sommelierschule läuft über etwa ein Jahr.
In diesem Jahr wird den Teilnehmern das benötigte Wissen in fünf Unterrichtsblöcken à 7 Tagen und einem Unterrichtsblock à 5 Tagen, zuzüglich Prüfungstage von den jeweiligen Fachdozenten vermittelt. Über die angebotenen Kurse hinaus ist selbstverständlich ein gewisses Maß an Eigenleistung notwendig um die Prüfung mit Erfolg abschließen zu können.
Wer kann ein Weinfachberater werden (Vorraussetzung)?
»Jeder der eine mit Erfolg abgeschlossene Ausbildung in einem anerkannten kaufmännischen Ausbildungsberuf und eine einjährige Berufspraxis, die der Fortbildung zum Weinfachberater dienlich ist. Private Weinliebhaber können seit diesem Jahr wenn Sie 280 Credit Points aus der WINE EXPERT (DWS) Weiterbildung mitbringen auch zu einer Prüfung zugelassen werden.«
So ist es in der Prüfungsordnung definiert. Darüber hinaus ist selbstverständlich ein gewisses Maß an Leidenschaft und Motivation gefragt.
(siehe auch: weinschule.com)
Wie kamst Du auf die Idee diesen Beruf zu erlernen,
sind Deine Eltern Winzer?
Aufgewachsen in einem idyllischen kleinen Ort knapp 10 km nördlich von Kaiserslautern, ohne „vinophile Einflüsse“ bis zu meinem siebzehnten Lebensjahr entdeckte ich meine Leidenschaft zum Wein doch recht früh als ich das Weinfest im pfälzischen Deidesheim besuchte. Als die zu Beginn gekaufte Flasche Deidesheimer Herrgottsacker Riesling Kabinett trocken im Freundeskreis ausgetrunken war, wollte ich Nachschub holen und ging, weil an dem Stand wo ich die erste Flasche gekauft hatte, großes Gedränge herrschte, an den Stand daneben. Die dort gekaufte Flasche Deidesheimer Herrgottsacker Riesling Kabinett trocken schmeckte komplett anders.
Fasziniert und mit geweckter Neugier kaufte ich mir in der folgenden Woche mein erstes Buch über Wein. Während meiner Berufsausbildung zum Kaufmann im Groß– und Außenhandel bei der heutigen C + C Lautertal Großhandels GmbH & Co. KG in Kaiserslautern bot sich für mich dann die Chance mein privates Interesse am Wein auch im Beruf umzusetzen und so begann ich die damalige Weinabteilung neu zu strukturieren. Nachdem ich rund ein halbes Jahr in der Niederlassung der Wasgau C + C in Bad Kreuznach war und meine Zeit bei der Bundeswehr hinter mich gebracht hatte, kam ich zurück in den soeben neu eröffneten C + C Lautertal.
Gemeinsam mit dem Sommelier Jürgen Richardt gelang es Weinabteilung binnen zwei Jahren zu einer hochwertigen Weinfachabteilung umzustrukturieren. Diese Anstrengung wurde im Jahr 2003 vom Meininger Verlag mit der Auszeichnung zur besten Weinfachabteilung Deutschlands belohnt.
Bist Du auf bestimmte Weine spezialisiert?
Besonders am Herzen liegt mir der deutsche Wein, allen voran der Riesling. Dicht darauf folgt der Champagner, die Weine aus Bordeaux, aus Südamerika besonders Chile und Argentinien. Spezielle Themenbereiche darüber hinaus sind Sensorik und die Kombination von Wein und Speisen.
Was sind Deine Lieblingsweine?
Zurzeit trinke ich leidenschaftlich gerne ein Glas Champagner, am Liebsten Champagner Pommery. Daneben natürlich unseren guten deutschen Riesling.
Ich bedanke mich recht herzlich für das ausführliche Interview
Ich danke auch, es hat Spass gemacht.
PS: Auf Anfrage bin ich auch verfügbar als freier Dozent, Seminar– und Verkostungsleiter und Moderator kulinarischer Veranstaltungen
MEHR ZUM THEMA :
wein-ultes.over-blog.de | Alltag eines IHK-geprüften Weinfachberaters
weinschule.com | Deutsche Wein– und Sommelierschule
dm-weinfachberater.de | Deutsche Meisterschaft der Weinfachberater
Schlagwörter: Interview, Ultes, Wein
Themenbereich: Interviews, Wein
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am 28. November 2008 um 10:00 Uhr
[…] das wollte ich mal genau wissen und des wegen habe ich mal wieder Alexander Ultes, seines Zeichen Weinfachberater vom wein-ultes blog, angefragt und er hat mir Rede und Antwort gestanden. 1000 […]