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von Walter H.


Geniale Organi­sa­tion des Festes und
Katastro­phe — die Leistung der Deutsche Bahn

Als Besucher des Samstag – Abends möchte ich gerne einige Worte finden, denn ich bin nahezu sprach­los, auch am Tag danach.

Zunächst das in jegli­cher Hinsicht positive: Liebe Veran­stal­ter, es war ein wunder­schön organi­sier­tes Fest das man wirklich als einma­li­ges Erleb­nis für lange Zeit in Erinne­rung behal­ten wird.

Es war das Programm das auch uns lockte und die Erwar­tungs­hal­tung übertraf. Höhepunkt für mich das Foreig­ner Konzert – einfach nur genial.
Herzli­chen Dank SWR 1.

Was sich nach wunder­schö­nen Stunden in Bad Kreuz­nach auf dem Bahnhof für Szenen abspiel­ten, kann man durch­aus als Filmreif bezeich­nen. Wir hatten uns an die Auffor­de­rung gehal­ten, mit Bus und Bahn anzurei­sen, um die Stadt verkehrs­tech­nisch zu entlas­ten.

Die Bahn hatte in der Nacht aller­dings den Vogel in jeder Hinsicht abgeschos­sen. War der erste Zug in Richtung Heimat­ort total überfüllt, standen wir nach einem tumult­ar­ti­gen Gedränge nach einigen Minuten vor Polizei­be­am­ten die als Türste­her und Schlie­ßer fungie­ren mussten. Nichts ging mehr und man vertrös­tet uns auf den nächs­ten „Sonder­zug„ eine halbe Stunde später das gleiche Bild. Massen standen am Bahnsteig und versuch­ten einen Platz zu ergat­tern oder mehr zu erkämp­fen. Vollge­presst wie in einem Viehtrans­port, mangels ausrei­chen­der Kapazi­tät fuhr der Zug ab, natür­lich wieder ohne uns und viele Andere, die sich nicht an der Schlacht um die Plätze betei­ligt haben.

Es gab ja noch den letzten Zug um 2:14 – aller­dings mit der Konse­quenz, das kein einzi­ger Anschluss­bus mehr fahren würde. Letzte Hoffnung die letzte Verbin­dung. Irgend­wie mit der Sicher­heit dass es wieder schief gehen wird. Achsel­zu­cken­des Bahnper­so­nal und Grenz­schutz Beamte die um Ihren Job nicht zu benei­den waren. Der Letzte Zug – Szenen wie bei einer Massen­flucht, endlich einen Raum in irgend­ei­nem Wagon – voll gestopft und unerträg­lich schwül. Ich konnte einen völlig überfor­der­ten Mitar­bei­ter der Bahn beobach­ten, der immer wild fuchtelnd auf dem Bahnsteig hin und her wanderte. Hilflos, planlos und der Situa­tion nicht gewach­sen. Wir im Wagon versuch­ten gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Es viel der Satz „wollten Sie nach Hause, dann sind sie hier falsch!„

Der Zug fuhr und fuhr nicht ab.

Neben uns brach eine Frau zusam­men – der Kreis­lauf versagte. Zum Glück waren zwei Kranken­schwes­tern anwesend und es fand sich jemand mit einer Flasche Mineral­was­ser, ein ausstei­gen war nicht möglich es ging nichts vor und nichts rückwärts. Auch der Sonder­zug stand nach ner halben Stunde immer noch eisen, bis es dann endlich losging. Wie viele zahlende Bahnkun­den übrig geblie­ben sind entzieht sich meiner Kennt­nis.

Wer dies zu Verant­wor­ten hat ist mir letzt­end­lich egal. Die Bahn zeigte sich als unfähig und im Umgang mit ihren Kunden als grob Fahrläs­sig. In unserem Wagon war es „nur„ ein Kreis­lauf­kol­laps – bei einem Infarkt wäre sicher jede Hilfe zu spät gekom­men.

Ein Armuts­zeug­nis war das, was sich der Konzern ausge­stellt hat. Beim nächs­ten Mal sollten die Veran­stal­ter die Besucher auffor­dern zum Rhein­land Pfalz Tag zu wandern und zu Fuß an und abzurei­sen.

Walter H.
PS: Ich möchte einfach zum Nachden­ken anregen, um einen Wieder­ho­lungs­fall auszu­schlie­ßen.


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Artikel gelesen 208 · Heute 2 · Zuletzt am 1. Februar 2012
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Zu diesem Beitrag gibt es 7 Kommentare.
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  1. Wir kamen verdammt spät zum Zug um 1:14 Uhr. Mir wurde schon schlecht, als ich die ganzen Menschen sah, hatte aber Glück, dass ich wusste, wo der Zug hinten aufhört und konnte uns so direkt einen Platz ergat­tern.

    Drinnen war es richtig unerträg­lich, aber die Menschen hatten wenigs­tens noch gute Laune und machten Witze über diese absurde Situa­tion. Das Ausstei­gen im 8 km entfern­ten Norheim stellte sich zwar als nicht ganz so einfach heraus, aber da wir zwei Sitzplätze räumten, ließ man uns dann gerne raus, soweit möglich.

    Das sind echt keine Umstände gewesen. Es war doch von vorne­her­ein klar, dass nach den beiden Events der Foreig­ner und Polar­kreis 18 alles überfüllt sein würde. Aber das ist mal wieder typisch Bahn, kann man da eigent­lich nur sagen.

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  2. Die Bahn hat mir tatsäch­lich angeru­fen, sich entschul­digt und alles in Richtung Staats­kanz­lei gescho­ben, weil man ja nur Dienst­leis­ter gewesen sei.

    Toller Dienst kann ich da nur sagen, im Nachhin­ein haben wir noch eine Erklä­rung für das lange stehen des letzten Zuges erhal­ten: Die Achlast mindes­tens eines Wagons war zu hoch. Das dürfte alles sagen und zu denken geben.

    Grüße

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  3. Wobei man aber dazu sagen muss, dass es in Richtung Bingen recht leer war. Die Binger sind dann wohl lieber auf ihr eigenes — zeitgleich statt­ge­fun­de­nes — Open Air gegan­gen.

    Blöder­weise fuhr der Zug Richtung Bingen vom »falschen« Gleis ab — Gleis 1 statt wie sonst immer Gleis 2 …

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  4. Wir hatten trotz »Empfeh­lung« das Auto genom­men. Im Parkhaus Marien­wörth waren noch jede Menge Platz, an allen Tagen. Wahrschein­lich lag es daran, dass die Zufahrt mit einem Sperr­schild auf der Straße verse­hen war mit dem Hinweis »Anlie­ger frei«.
    Gut dass wir das Anlie­gen hatten zu parken. :-)

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  5. LOL

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  6. die Deutsche Bahn versäumt es nicht nur an solchen Events ihren Fahr– und Trans­port­plan richtig zu kalku­lie­ren, nein vielmehr schafft sie es auch nicht bei regel­mä­ßi­gen Vorkomm­nis­sen die dem Anschein nach für die DB zu plötz­lich und unerwar­tet kommen, um einige zu nennen: Urlaubs­zeit, Schul­fe­rien, Feier­tage, oder die plötz­lich kommen­den Wochen­en­den und Feier­abends­zei­ten.

    Es geht wohl nurnoch darum, mehr Gewinn durch erhöhung der Preise und einspa­run­gen bei den Trans­por­ten zu machen.

    In Kreuz­nach gings bei den RLP-Tagen zu wie in der U-Bahn Tokyo *kopschüt­tel*

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  7. Wir haben »das Chaos« nur mit dem Bussen gemerkt. Am Samstag wollten wir aus Frei Laubers­heim um 20:00 Uhr mit dem Bus in die Stadt fahren. Ca. 14 Leute hatten sich an der Bushal­te­stelle versammelt.Um 20:08 Uhr kam der Bus aus Fürfeld.

    Der Busfah­rer hat noch nicht mal die Tür aufge­macht
    und uns angedeu­tet: »ALLES VOLL«

    Wann kommt der nächste?

    »Ei, um 21:08 Uhr«

    …und so sind wir halt mit dem Auto in die Stadt gefah­ren.

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