Würtz fragt: Gibt es einen Blogger Kodex?

Der Würtz vom wuertz-wein.de fragt ob es einen Blogger Kodex gibt bzw. ob die Blogger einen solchen brauchen. Ein Kodex ist eine Art »Verhal­tens­re­gel« im Inter­net.

Auslö­ser war eine Sperr­frist für den neuen Gault Millau Deutsch­land. Einige Weinblog­ger hatten das neue Exemplar des »Restau­rant– und Hotel­füh­rers für Feinschme­cker und Genie­ßer« schon vor der eigent­li­chen Print­aus­gabe zu Gesicht bekom­men.

Die Frage war also nun: Darf man als Blogger darüber schrei­ben oder muss man sich an die so genannte Presse Sperr­frist halten.

Sperr­fris­ten werden einge­setzt, wenn den Medien Infor­ma­tio­nen vorab zur Verfü­gung gestellt werden sollen oder müssen, um eine fundierte Bericht­er­stat­tung zu ermög­li­chen, gleich­zei­tig eine vorzei­tige Veröf­fent­li­chung verhin­dert werden soll.
Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Sperrfrist(Presse)

Die sehen dann zum Beispiel so aus:

Sperr­frist: 12.01.2009 23:15
Bitte beach­ten Sie, dass diese Meldung erst nach Ablauf der
Sperr­frist zur Veröf­fent­li­chung frei gegeben ist.

ACHTUNG: SPERRFRIST FÜR RADIO UND ONLINE-MEDIEN BIS MONTAG, 12.01.2009, 23.15 UHR!!!

Diese Frage wird immer wieder gestellt. Aber auf welcher Stufe stehen eigent­lich Blogs / Blogger? Was sind eigent­lich Blogger?

Die einen sagen, das Blogger eine Art »Mini Journa­lis­ten« sind und damit treten sie ziemlich ins Fettnäpf­chen. Denn sowas hören Journa­lis­ten überhaupt nicht gerne, ein Journa­list hat schließ­lich einen ausge­bil­de­ten Beruf. Anders sind da die Redak­tio­nen und Werbe­agen­tu­ren, die beschimp­fen die Blogs von vornher­ein als »Klowände des Inter­nets«.

Da kommt natür­lich die Frage auf:

Wenn die Menschen hinter den Blogs keine ausge­bil­de­ten Journa­lis­ten, warum sollten dann diese sich an den Presse­ko­dex des Deutschen Presse­rat halten?

Eine berech­tigte Frage.

Aber, auch wenn hinter einem Blog keine journa­lis­ti­sche Ausbil­dung stand gefun­den hat, gibt es gewisse Regeln. Diese Regeln hat zwar niemand für Blogger erstellt, diese sind aber vom logischen her ganz einfach.

Das wären zum Beispiel die Kennzeich­nungs­pflicht von Quellen, das Zitat,- und Urheber­recht beach­ten und halt auch die Sperr­fris­ten einhal­ten. Wenn mit jemand eine Vorab­ver­sion, einer Infor­ma­tion gibt und um eine Sperr­frist bietet, dann sollte man diese auch einhal­ten. Abmah­nun­gen kommen schnel­ler ins Haus, als man denkt.

Aber, wenn jemand von einer Sperr­frist nichts weiß, wie soll er sich dann an diese halten können?
via Der Brüsse­ler @ wuertz-wein.de

Schön gefragt.
Dann muss man mal genau überle­gen, ob man einen Beitrag veröf­fent­licht oder nicht.

Weiter geht dann mit rassis­ti­schen und belei­di­gen­den Äußerun­gen, Gerüchte und Vermu­tun­gen

Eigent­lich ganz einfach und ganz logisch … und völlig ausrei­chend. Da braucht man keinen Bundes­ver­ban­des deutsch­spra­chi­ger Blogger oder einen Blogger Kodex der genau ALLES regelt. (Meine Meinung)

Mehr zu diesen Thema:

PS: Ganz neben­bei Frage ich mich.
Die –Blogs erzie­len laut weinakademie-berlin.de eine große Reich­weite und zeugen immer mehr von Profes­sio­na­li­tät.

Wenn dann so genannte »Weinken­ner«, »Weinlieb­ha­ber«, »Winzer«, oder »Weinpro­fis« über ihre »Weinerfah­run­gen « schrei­ben, Punkte oder Empfeh­lun­gen verge­ben, leben diese dann nicht in Gefahr, abgemahnt zu werden? Meinungs­frei­heit hin oder her…





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Themenbereich: Netzwelt
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Artikel gelesen 978 · Heute 2 · Zuletzt am 3. Februar 2012
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Zu diesem Beitrag gibt es 6 Kommentare.
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  1. Kurz zum Thema »Journa­list« … aus Wikipe­dia:

    Ein Journa­list [ʒʊrnaˈlɪst] ist, „wer haupt­be­ruf­lich an der Verbrei­tung von Infor­ma­tio­nen, Meinun­gen und Unter­hal­tung durch Massen­me­dien betei­ligt ist“, so der Deutsche Journalisten-Verband. Die Berufs­be­zeich­nung Journa­list ist recht­lich nicht geschützt und darf auch ohne entspre­chende Ausbil­dung geführt werden.

    So kenne ich das Thema auch. Prinzi­pi­ell ist »Journa­list« eine Tätig­keit, die unter spezi­el­lem Schutz steht, nicht gezwun­ge­ner­ma­ßen ein eigen­stän­di­ger »Beruf«.

    Ich sehe es so, dass auch jeder Blogger, der Presse­texte nutzt und veröf­fent­licht, sich genauso wie jeder andere Nutzer dieser Presse­texte auch an entspre­chende Sperr­fris­ten zu halten hat.
    Wer das nicht tut, verbes­sert das Bild der Blogger in den Medien nicht unbedingt.

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  2. Ich bin der Meinung dass es egal ist, ob man Journa­list oder »nur« Blogger ist. Wenn ein Freund zu mir sagt »aber bitte nicht weiter­sa­gen« soltle ich mich dann nicht daran halten? Das ist doch einfach Verbind­lich­keit und Anstand!

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  3. Ja, das seh ich genauso wie ihr beiden.

    Leider gibt es aber genügend Blogger, die sich an keiner­lei »Ehren­co­dex« halten. Ich bezweifle aller­dings, dass ein entspre­chen­des Gesetz oder was auch immer daran etwas ändern würde. Schwarze Schafe gibt es immer und überall…

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  4. Jep… es gibt massig Pappna­sen. Die zum Beispiel Beiträge aufschnap­pen oder die Herkunft zu nennen bzw. die Beiträge zu verlin­ken (Quelle … oder via… ) …

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  5. Mir scheint, wenn ich das mal ein wenig defätis­tisch einwer­fen darf, in diesem Falle (und auch in vielen anderen), die Sperrfristen-Frage eher eine Frage des Geldes, als eine Frage der Ehre zu sein. Es ist, mit Verlaub, ein Unter­schied, ob ich in einem Blog (oder wo auch immer) nicht verifi­zier­ba­ren Unsinn ohne Quellen­an­gabe oder sehr wohl authen­ti­schen Content (siehe GM-Veröffentlichung) veröf­fent­li­che. Der erstere Fall ist die Freiheit des Netzes, aber sehr wohl blödsin­nig und nervig, weil zeitrau­bend und konta­mi­nie­rend, der zweitere Fall tut eventu­ell schlicht irgend­je­mand nur monetär heftig weh.

    Print­me­dien, die um Pfründe kämpfen sind keine Selten­heit mehr. Diese Gilde hat sich den neuen Gegeben­hei­ten durch das Netz zu stellen. Ich würde das in dieser Szene recht entspannt betrach­ten: Hat der GM einen »Erlkö­nig«, dann werden seine bezahl­ten Kräfte in Zukunft wohl helle genug sein, diesen auch entspre­chend zu schüt­zen. Andere Firmen im Netz z. B. prakti­zie­ren das seit Jahren erfolg­reich mit restrik­ti­ven Aufla­gen für ihre beta-Tester. Hat die Autoin­dus­trie einen Erlkö­nig, dann wird alles dafür getan, diesen zu schüt­zen. Vor wem? Bisher (Achtung, jetzt kommt’s:) vor der Print-Journaille. ;)

    Ich bin immer sehr für gesun­den Menschen­ver­stand, Anstand und Höflich­keit. Das reicht eigent­lich als Kodex für’s Leben schon recht weit, egal was man treibt oder betreibt. Aller­dings bin ich auch sehr dafür den Kapita­lis­mus als solchen zwar nicht grund­sätz­lich zu verteu­feln, wohl aber ihn zu benen­nen, wenn er im Moral­ja­ckett daher stolziert.

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  6. […] Dirk und Mac wurde über diesen Kodex auch schon heftig disku­tiert, wenn auch aus anderem Grund: der […]

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