Kassensturz!
Rund 16.8 Millionen Euro fehlen in der Stadtkasse Bad Kreuznach.
16.8 Millionen Euro !
Vor dem Hintergrund des Rekorddefizites von rund 16,8 Millionen Euro fordert die ADD (Aufsichts– und Dienstleistungsdirektion Rheinland-Pfalz) nicht nur »zwingend« auf Ausgaben zu verzichten, sondern »alle denkbaren verbessernden Maßnahmen umgehend zu ergreifen«.
Gesagt getan …
Der »Finanzausschuss« hat nun ein Konzept dem Stadtrat vorgelegt, mit dem die »Stadt Bad Kreuznach« Einsparungen und Mehreinnahmen in Höhe von bis zu 3.5 Millionen Euro sparen kann.
Rund 1,4 Millionen Euro sollen Steuereinnahmen in folgenden Bereichen bringen:
- 490.000 Euro Grundsteuer B (Anhebung des Satzes von 330 auf 360 Punkte)
- 6000 Euro Grundsteuer A (280 auf 300 Punkte)
- 590.000 Gewerbesteuer (380 auf 395 Punkte) auf der Basis von Einnahmen in Höhe von 15 Millionen Euro
- 350.000 Euro durch die neue Zweiwohnungssteuer (knapp 3000 Bewohner)
Weitere Maßnahmen:
Erhöht werden sollen, der Eintritt für das Schwimmbad Salinental und die Jahresgebühren für Erwachsene der Stadtbibliothek (4000 Euro Mehreinnahmen). Gespart werden soll bei der Gebäudereinigung (35.000 Euro) und der Straßenunterhaltung (70.000 Euro). »Na… toll«
Die Standgebühren für Jahrmarkts-Schausteller werden angepasst.
Die Schließung des Schwimmbades Bosenheim wurde von der Liste gestrichen. »Da fragt man sich nur WARUM?«
Stattdessen soll der jährliche Zuschuss auf 100.000 Euro gedeckelt werden. Den Rest (37.500 Euro) soll die Verbandsgemeinde Bad Kreuznach übernehmen, in deren Einzugsgebiet das Bad liegt und auch von den Bürgerinnen und Bürgern mit genutzt wird. Der Zuschuss für die städtische Gesellschaft Gesundheit und Tourismus soll um 100.000 Euro verringert werden.
Der Zuschuss für die Städtepartnerschaft wurde um 100.000 Euro gekürzt, die Sportgala findet nur noch alle zwei Jahre statt.
Jugendamt bleibt!
Der größte Posten auf der Seite der Einsparungen ist das Jugendamt, das bei der Stadt bleiben soll. In Verhandlungen soll erreicht werden, dass der Kreis die Pflichtaufgaben der Jugendhilfe zu 100 Prozent übernimmt (zum Beispiel für Heimunterbringungen). Derzeit trägt die Stadt 25 Prozent (rund 2,34 Millionen Euro). Sie will im „gerechten Stadt-Umland-Ausgleich“ bis zu 1,35 Millionen Euro einsparen.
Die von der ADD geforderten zusätzlichen 500.000 Euro wurden aus dem aktuellen Haushalt gestrichen:
- 250.000 Euro bei der Gebäudeunterhaltung
- 50.000 Euro bei Bürobedarf, Fachbücher, Zeitschriften
- 50.000 Euro an Zuschüssen, die in diesem Jahr nicht mehr ausgezahlt werden
- 50.000 Euro Kosten für Sachverständige (für Gerichtsverfahren), die in 2010 nicht mehr benötigt werden
So und dann sollen die gebührenpflichtigen Parkzeiten (derzeit werktags bis 19 Uhr, samstags bis 16 Uhr) verlängert werden (=130.000 Euro) und »last but not least« :
Auf der Pfingstwiese sollen Parkgebühren für Autos und Lastwagen erhoben werden: Einnahmen: Mindestens 30.000 Euro
»Wer kam den auf diese Idee?«
Vielleicht sollte man ja mal beim KREISEL-BAU oder bei der 22 Millionen Euro teuren OST-WEST-TRASSE / »Turbokreisel« sparen.
Wem das alles zuviel ist, der kann ja das machen.
Siehe auch: lifetime-kreuznach.de
Schlagwörter: Bad Kreuznach, Ost-West-Trasse, sparen, Turbokreisel
Themenbereich: Ei horsche mol, Stadt Bad Kreuznach
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Artikel gelesen 722 · Heute 3 · Zuletzt am 20. Februar 2012













am 15. Oktober 2010 um 11:55 Uhr
Lesen.…
http://www.infothek.statistik.rlp.de/neu/MeineHeimat/vergleich.aspx?sl=B&topic=258&id=3537&key=0713300006&l=3&p2=4&subject=105
und vergleichen und feststellen, daß da wohl was in Bad Kreuznach nicht stimmt!
496,4 Kreuznacher Mitarbeiter — 315,8 Durchschnitt in vergleichbaren Gemeinden = 180,6 zusätzliche Kreuznacher Mitarbeiter x 36.000,00 Euro/Jahr = 6,5 Millionen / Jahr!
am 15. Oktober 2010 um 12:46 Uhr
Tja … im März könnt ihr was ändern … (ich nicht)
am 15. Oktober 2010 um 13:14 Uhr
Der Kreuznacher hat bedingt Recht, man muss das Ganze aber in Relation zu den Einwohnern setzten. Und da braucht unsere Stadt auf 1000 Einwohner eine halbe Stelle mehr um die Bespaßung der lieben Bürger zu gewährleisten. Das macht dann ca. 25 Stellen mehr als der Schnitt in RLP. Das ist zwar weniger als die imposante Zahl vom Kreuznacher, ergibt aber immer noch ein Sparpotenzial von ca. 500 bis 750 T€ im Jahr. Und wie gesagt: Kreuznach liegt um diesen Wert über dem Durchschnitt — es gibt also Kommunen, die mit noch weniger Personal auskommen!
Zu Mac: Was soll man denn im März ändern? Die Konzepte der alternativen Bewerber zum jetztigen OB sehen an der Stelle sicher keine Einsparungen vor, im Gegenteil.
am 15. Oktober 2010 um 13:30 Uhr
Vielleicht kommt ja noch ein Kandidat auf die Kreuznacher Showbühne. (Was ich aber nicht glaube)
am 15. Oktober 2010 um 13:48 Uhr
das ist doch n schlechter Witz die Ost-West Trasse soll Trotzdem noch gebaut werden ??
am 15. Oktober 2010 um 14:01 Uhr
Wenn mich jemand als OB will… Ich mache es!
am 15. Oktober 2010 um 14:08 Uhr
Ne ne … ich mach das (dafür ziehe ich auch wieder nach KH Stadt)
am 15. Oktober 2010 um 14:51 Uhr
Lieber Giovanni -
Du hast recht — auch pro Tausend kann man die Rechnung machen!
Aber schau doch bitte nochmal auf die Statistik, die ich in meinem Post verlinkt hatte — dort steht explizit Bad Kreuznach hat 11,4 Beschäftigte / 1.000 Einwohner, während der Durchschnitt vergleichbarer Gemeinden 9,9 Beschäftigte hat.
Also eine Differenz von 1,5 Mitarbeitern/ 1.000 — wo deine halbe Stelle herkommt, weiß ich nicht!
Auch nach der Tausenderrechnung gibt es also bei 43.800 Einwohnern ca. 66 Mitarbeiter zuviel in Bad Kreuznach und du hast ja auch zu Recht daraufhingewiesen, daß Kreuznach mit seinem Wert den Durchschnitt hochtreibt und »es gibt also Kommunen, die mit noch weniger Personal auskommen!»
am 15. Oktober 2010 um 15:38 Uhr
Zu Kreuznacher: Selbstverständlich sind’s »anderthalb« mit Kosten von weit über einer Mio. €, sorry. In der Bewertung sind wir uns aber wohl einig.
Im Übrigen reden wir in BK über jährliche Fehlbeträge von weit über 10. Mio Euro. Selbst wenn man auf alle neuen Straßen verzichtet, nichts mehr für die Infrastruktur macht und Personal wie beschrieben abbaut — das reicht nicht. Ein wichtiger Grund wird nie angesprochen: Mehr als 50% der „Leistungsempfänger“ die im Kreis Bad Kreuznach gemeldet sind, leben in BK. Und das kostet jährlich Millionen €, die einfach nicht da sind.
am 17. Oktober 2010 um 11:16 Uhr
Da die Zahl in Bad Münster am Stein Ebernburg bei 2,7 liegt (hier die — identische — Statistikquelle) sollte also demnächst Bad Kreuznach eingemeindet werden zu »Bad Münsterkreuzburg am Stein nach Eber«, was?!
Tatsächlich ist ein einfacher Zahlenvergleich wie in diesem Thread nicht möglich, da es immer auch um verschiedene Aufgaben geht. So sind bei der Kreuznacher Statistik die Tourismus– und Kurbeschäftigten dabei, die in anderen Städten sicher nicht in dem Umfang vorhanden sind.
Hier deswegen eine Liste der Eigenbetriebe der Stadt Bad Kreuznach:
http://www.stadt-bad-kreuznach.de/wirtschaft/stadt-gesellschaften.htm
Bad Münster-Ebernburg hat — zum Vergleich — fast alle Aufgaben abgegeben, daher die niedrige Beschäfigtenzahl.
am 14. Dezember 2010 um 11:43 Uhr
[…] auch: Kreuznach muss sparen sparen sparen… und netzwerk-am-turm.de | OhWeh […]